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Auf dem Weg zur kinderlosen Gesellschaft?
28.02.2011

Auf dem Weg zur kinderlosen Gesellschaft?

von JCVP Kanton Luzern

Die Politiker in Bern begreifen langsam, dass die Schweiz zuwenig Kinder hat. Dieses Problem war bisher keineswegs unbekannt. Die Demographen haben schon sehr früh auf diese Problematik hingewiesen. Finanzielle Massnahmen sollen nun den angehenden Eltern helfen, sich für ein Kind zu entscheiden. Die Familienpolitik ist jedoch mehr als Kinderzulagen oder Steuerabzüge. Den Kindern und Jugendlichen muss auch das Gefühl vermittelt werden, willkommen zu sein.

In Bundesbern sind die einheitlichen Familienzulagen von beiden Räten beschlossen worden. Eine uralte Forderung ist nun endlich erfüllt worden. Viele junge Familien werden diesen Schritt begrüssen, da sie überdurchschnittlich stark in Armut leben müssen. Es besteht kein Zweifel, die finanzielle Unterstützung von jungen Familien spielt eine entscheidende Rolle. Die Politik muss jedoch den Kindern und Jugendlichen auch vermitteln können, willkommen zu sein.

Kinder werden wie Kriminelle behandelt

Aus dem Kanton Luzern sind, zeitgleich mit den Beratungen in Bern, Ideen in den Zeitungen aufgetaucht, die einer Kriegserklärung an Kinder und Jugendliche gleichkamen. So wurden regelmässige Drogentests von den Schülern gefordert, da sie zu übermässigem Konsum von illegalen Stoffen neigten. Die Schüler sind präventiv zu Kleinkriminellen gestempelt worden. Dies war wahrlich keine Ermunterung für zukünftige Eltern, die ihre Kinder in einer freundlichen Umgebung aufwachsen sehen wollen. Solche Forderungen sind symptomatisch für die schwache Lobby der Kinder und Jugendlichen. Sie sind deshalb ein beliebtes Ziel für Angriffe, da keine Wählerverluste erwartet werden müssen. Schlussendlich ist die schwache Vertretung der Jugendlichen der Grund, dass der Bund über keine kohärente Familienpolitik verfügt. Dies kann nur in den Abgrund, oder besser, in eine Gesellschaft ohne Kinder führen.

Bessere Vertretung in den Parlamenten

Die Familienpolitik muss sowohl in den kantonalen als auch in der eidgenössischen Verwaltung einen zentralen Stellenwert bekommen. Gegenwärtig sind verschiedene Departemente und ämter für Teilfragen über die Familie verantwortlich. Dies führt zu einer widersprüchlichen Politik.  Ein Bundesamt für Familie, welches die Kompetenzen für familienpolitischen Fragen inne hat, kann hier Abhilfe schaffen. Auf kantonaler und eidgenössischer Ebene muss ein Paket „Zukunft Familie“ geschnürt werden, welches nicht nur die monetären Mittel festsetzt, sondern auch Massnahmen zur Gestaltung einer kinderfreundlichen Umgebung enthält.

Die Kinder könnten beispielsweise in der Zonenplanung spezielle Gebiete erhalten, die für Spielplätze, Sport oder Jugendlokale reserviert sind. So könnten viele Gemeinden ihre Attraktivität stark erhöhen. Diese kinderfreundlichen Orte müssen mit Programmen ergänzt werden, die den Jugendlichen helfen, ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen. Eine kinderfreundliche Politik kann jedoch nur erwartet werden, wenn die jungen Familien besser im Parlament vertreten sind. Es ist jedoch wenig wahrscheinlich, junge Mütter und Väter für eine Kandidatur zu gewinnen, wenn sie schon den Beruf und die Familie kaum unter einen Hut bringen können. Die JCVP kann sich deshalb vorstellen, jungen Müttern und Vätern im Parlament höhere Sitzungsgelder und Entschädigungen zuzugestehen. Nur so kann eine nachhaltige Familienpolitik erwartet werden.

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